Die Wärmepumpe gilt als Hoffnungsträger für die Wärmeversorgung in der Energiewende. Im Neubau sind elektrische Wärmepumpen bereits die am häufigsten installierte Heizungsart, denn eine Wärmepumpenheizung eignet sich immer für Häuser mit gutem Wärmeschutz. Doch lohnt sich ihr Einsatz auch in Bestandsgebäuden? Die Antwort auf diese Frage ist komplex – denn ob sich der Umstieg sowohl ökologisch als auch ökonomisch lohnt, hängt stark von den individuellen Gegebenheiten und der Effizienz der Wärmepumpe ab.
Ein entscheidender Faktor ist die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie liefert. Eine JAZ von 3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme erzeugt.
Erst ab einer JAZ von über 3 liegt die Wärmepumpe in der Regel in den Betriebskosten wirtschaftlich günstiger als eine Erdgasheizung. Liegt die JAZ darunter – etwa bei nur 2,5 – was in vielen unsanierten Bestandsgebäuden durchaus realistisch ist – sind die laufenden Kosten für Strom oft höher als die für Erdgas. Das liegt vor allem daran, dass Strompreise in Deutschland deutlich über den Gaspreisen liegen und sich dieser Unterschied bei ineffizienter Wärmeerzeugung besonders bemerkbar macht. Der durchschnittliche Preis für Haushaltsstrom liegt derzeit bei rund 35 bis 40 Cent/kWh, der durchschnittliche Wärmepumpen-Stromtarif bei etwa 25 bis 30 Cent/kWh. Die genauen Kosten hängen von Faktoren wie Anbieter, Region und Tarifmodell ab. Nicht zuletzt muss auch die Warmwasserbereitung bei der Planung berücksichtigt werden, da die relativ hohen Temperaturen die Effizienz einer Wärmepumpe deutlich verschlechtern können. Um die Wirtschaftlichkeit vollständig zu beurteilen, müssen im so genannten Vollkostenvergleich außerdem noch die Anschaffungskosten über die Lebensdauer des Wärmeerzeugers berücksichtigt werden.
Je höher jedenfalls die JAZ ist, desto effizienter, umweltfreundlicher und auch sparsamer arbeitet eine Wärmepumpe. Eine JAZ von über 4, die einen klaren Kostenvorteil bringen würde, ist meist nur durch umfassende energetische Sanierung erreichbar – mit entsprechend hohen Investitionskosten. Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, sollte deshalb vor allem die Effizienz im eigenen Gebäude prüfen lassen. Eine gute Dämmung, passende Heizflächen (wie z.B. Fußbodenheizung) und eine sorgfältige Planung sind daher ganz entscheidend, um eine hohe JAZ zu erreichen.
Gas bleibt trotz CO2-Preissteigerung wettbewerbsfähig
Trotz steigender Netzentgelte und höherer CO2-Bepreisung kann Pfalzgas ab dem 1. Januar 2026 die Preise in der Grundversorgung sowie in Sonderverträgen senken. Grund dafür sind sinkende Beschaffungskosten und der Wegfall der Gasspeicherumlage. So liegt der Arbeitspreis im meist genutzten Sondervertrag „Pfalzgas Plus“ netto bei 8,71 Cent/kWh – brutto bei rund 10,36 Cent/kWh.
Auch wenn dies derzeit noch gar nicht absehbar ist, werden teilweise schon CO2-Preissteigerungen von derzeit rund 65 €/Tonne auf bis zu 300 €/Tonne in 2035 prognostiziert und in Vergleichsrechnungen teilweise heute schon zugrunde gelegt. Dabei handelt es sich jedoch erst einmal nur um theoretische Preise, die realisiert werden müssten, wenn die Klimaneutralität bis 2045 ohne zusätzliche Begleitmaßnahmen zur Emissionssenkung erreicht werden sollen. Doch selbst bei einem prognostizierten CO2-Preis von 300 €/Tonne, bliebe Erdgas bei derzeit sinkenden Beschaffungskosten am Terminmarkt mit einem Gesamtpreis von hochgerechnet rund 15 Cent/kWh brutto im Netz der Pfalzgas perspektivisch immer noch konkurrenzfähig. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Strompreise voraussichtlich ebenfalls aufgrund des erforderlichen Netzausbaus und durch höhere CO2-Kosten steigen werden. Denn der deutsche Strommix enthält in der Produktion immer noch entscheidende Anteile aus klimaschädlichen Kraftwerken, die bei steigendem Gesamtstrombedarf nicht so schnell und kostengünstig ersetzt werden können, wie es wünschenswert wäre. Die durch- schnittlichen CO2-Emissionen für die deutsche Stromerzeugung liegen laut Umweltbundes-amt bei etwa 363 Gramm pro kWh für das Jahr 2024, für Erdgas liegen die Emissionen bei etwa 201 Gramm pro kWh.
Biogas oder Wasserstoff könnten vor diesem Hintergrund künftig ebenfalls eine CO2-freie und darüber hinaus wirtschaftliche Alternative sein – da auch hier eine geringere oder gar keine Belastung durch die CO2-Bepreisung anfällt. Und je höher die CO2-Preise theoretisch steigen, umso wettbewerbsfähiger werden dann unter Umständen auch wieder Gasheizungen mit nahezu klimaneutralem Biogas oder Wasserstoff und das erst einmal, ohne dass sofort umfassende aufwändige Sanierungen im Gebäude notwendig werden.
Wer sich alle Optionen für die Zukunft erst einmal offenhalten will, sollte prüfen, ob vielleicht eine Hybrid-Lösung aus Gasheizung und Wärmepumpe eine sinnvolle Alternative sein könnte. Hier kann man sich heute schon für
Systeme entscheiden, die sowohl mit Erdgas betrieben werden können, aber auch für das Heizen mit 100% Wasserstoff vorbereitet sind und im nächsten Schritt durch die Einbindung einer Wärmepumpen-Außeneinheit erweitert werden können (s. Beispiel Infokasten unten).
In jedem Fall empfiehlt sich vor jeder Heizungserneuerung eine individuelle Beratung, welche die Besonderheiten des eigenen Objektes berücksichtigt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet hierzu z.B. eine geförderte und dadurch kostenlose Einstiegsberatung an. Außerdem gut zu wissen: Alle Energieberater der Pfalzgas sind sowohl BAFA-Energieberater als auch Energieeffizienz-Experten der DENA und können die Frage nach der zukünftigen Heiztechnologie als unabhängige Dienstleister in individuellen Anwendungsfällen ebenfalls sehr gut beurteilen.

